Die bewährte Sequenz: Tag 3, 7 und 14

Es gibt keine wissenschaftlich perfekte Formel — aber es gibt eine Sequenz, die sich im Handwerk bewährt hat und die auch der Angebotstracker verwendet: Erstes Nachfassen nach 3 Werktagen, zweites nach 7 Tagen, letztes nach 14 Tagen.

Tag 3
Erste Erinnerung
Das Angebot ist noch frisch. Der Kunde hat es gelesen, aber vielleicht noch keine Zeit für eine Entscheidung gefunden. Ein kurzes Signal zeigt: Der Betrieb ist zuverlässig und interessiert.
Tag 7
Zweiter Kontakt
Eine Woche ist vergangen. Der Kunde hat das Angebot womöglich verglichen. Jetzt ist der Moment, aktiv zu fragen ob noch Rückfragen offen sind — oft kommt hier die entscheidende Rückmeldung.
Tag 14
Letzte Nachfrage
Zwei Wochen nach dem Angebot ist der letzte sinnvolle Kontaktpunkt. Danach ist es Zeit, die Akte zu schließen — ohne schlechtes Gewissen. Wer dreimal gefragt hat, hat alles richtig gemacht.

Warum nicht früher — und warum nicht später?

Zu früh
Nachfassen am selben Tag
Wirkt ungeduldig und setzt den Kunden unter Druck. Die meisten Entscheidungen brauchen Zeit zum Reifen.
Zu spät
Nachfassen nach 3+ Wochen
Der Kunde hat bereits entschieden oder vergessen, wer das Angebot geschickt hat. Nachfassen bringt kaum noch etwas.
Richtig
Tag 3 nach Versand
Das Angebot ist bekannt, die Entscheidung ist noch offen. Ein freundlicher Hinweis bringt den Kunden zurück auf Kurs.
Richtig
Tag 7 und Tag 14
Regelmäßige, aber nicht übertriebene Kontakte. Zeigt Verlässlichkeit ohne Druck.

Was passiert, wenn man gar nicht nachfragt?

44 %
der Vertriebsmitarbeiter geben nach einem einzigen Kontaktversuch auf — obwohl die meisten Abschlüsse erst nach mehreren Kontakten entstehen. Im Handwerk ist diese Quote vermutlich noch höher.

Das Schweigen des Kunden bedeutet meistens nicht Nein. Es bedeutet: keine Entscheidung getroffen. Vielleicht war die Woche stressig, vielleicht liegt das Angebot noch ungelesen im Posteingang. Wer nicht nachfragt, verliert diese Aufträge kommentarlos.

Ausnahmen: Wann man das Timing anpassen sollte

Die 3-7-14-Sequenz ist ein bewährter Standard — aber es gibt Situationen, die eine Anpassung sinnvoll machen:

Größere Projekte (ab ca. 10.000 €): Hier dauern Entscheidungsprozesse oft länger, weil mehrere Personen beteiligt sind oder Finanzierungen geklärt werden müssen. Das erste Nachfassen kann auf Tag 5 oder 7 verschoben werden.

Privatkunden: Wochenenden zählen im Alltag von Privatkunden anders als Werktage. Bei Privatkunden kann es sinnvoll sein, den ersten Kontakt auf einen Werktag zu legen, nicht auf einen Montag direkt nach dem Wochenende.

Bekannte Kunden: Bei Stammkunden, die man gut kennt, kann ein Telefonat effizienter sein als eine formelle Nachfass-Mail.

⚠️
Nie vergessen: Jede Nachfass-Mail sollte von der eigenen E-Mail-Adresse des Betriebs verschickt werden — nicht von einer Massenmail-Plattform. Mails von fremden Domains landen häufig im Spam und wirken unprofessionell.

Häufige Fragen

Das erste Nachfassen sollte nach 3 Werktagen erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Angebot noch frisch, und der Kontakt wirkt nicht aufdringlich.
Nach 14 Tagen ohne Reaktion sinkt die Abschlusswahrscheinlichkeit stark. Wer nach drei Kontakten keine Antwort erhalten hat, sollte die Anfrage als geschlossen betrachten.
Drei Kontakte sind der akzeptierte Rahmen. Mehr als drei Nachfass-Mails im selben Angebot schaden der Kundenbeziehung mehr als sie nutzen.
Ressource 5 fertige E-Mail-Vorlagen zum Nachfassen →
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Timing automatisch einhalten

Angebotstracker schickt die Nachfass-Mails exakt an Tag 3, 7 und 14 — von Ihrer eigenen E-Mail-Adresse, ohne dass Sie daran denken müssen.